Leitung: Franz Minholz, Silberdistelstr. 11, 82216 Maisach, Tel. 08141/94640

  Regie:    Beate Obermair, Hans-Wegmann-Str. 22, 82216 Maisach, Tel. 08142/4107139


   

 




2011


Eine bayerische Komödie mit Musik in 3 Akten

von Peter Landstorfer


Wie jedes Jahr, wenn der Frühling in den Sommer übergeht, beschenkt uns die Maisacher Theatergruppe im Diepoltshofener Stadl mit einem Stück von Peter Landsdorfer. Dabei ist die Formulierung „beschenkt“ keine schmeichelhafte Rhetorik, sondern eine gerechte Anerkennung schauspielerischer Glanzleistung.

„Ratsch und Tratsch“ hieß es also heuer.

Als Zuschauer glaubte man, ein großer Spiegel mit allen Hinterhältigkeiten und Dorfintrigen, die einem bis dahin unauffälligen Bürger in den Ruin treiben können, würde einem elegant vor die Nase gehalten.

Die beiden Hauptfiguren, Ratsch und Tratsch, gespielt von Josef Reiter und Franz Minholz hatten alles unter Kontrolle. Musikalisch begleitet von Thomas Rieber, machten sie mit drei gekonnt vorgetragenen Liedern aus dem Stück ein Singspiel.

Es spielte ferner mit das Ehepaar Erbhofer, in Würde von Lorenz Schanderl und Cornelia Schmid auf die Bühne gebracht. Ein ewig hungriger Postbote, dafür brauchte sich Oliver Friedrich kaum zu verstellen. Die Kramerin in Gestalt von Christa Wallner–Friederich war fleißig im produzieren von Halbwahrheiten oder dem Gegenteil. Der Wirt war wie immer eine Paraderolle für Hans Uitz. Und einer der heißesten Feger des Abends, der Totengräber und Nachtwächter, ich glaube er ist mit dieser Rolle auf die Welt gekommen, war kein geringerer als Michael Übler. Das Salz in der Suppe dazu seine Frau, gespielt von Katharina Schwinn. Und erst Sofia Wallner genannt d`Fotzmare, ein wahrer Kosename für ihr erstklassiges Interpretieren der Rolle, ich verneige mich vor ihr. Nicht zu vergessen Burgl, die Kellnerin, von Franziska Minholz auf die Bühne gebracht, die stets mit Gläser abräumen beschäftigt war, weil Leute ausrichten im Dorfgasthaus eben seine Spuren hinterlassen.

Sechs Vorstellungen, sechsmal ausverkauft wie jedes Jahr.Kompliment auch an Bühnenbau, Musik, Maske u.s.w. Man kann sie gar nicht alle aufzählen. Ein Dank auch an die Küche und die Bewirtung, sowie an alle fleißigen Hände hinter den Kulissen.

Drum freuen sich alle die dabei waren, wenn es nächstes Jahr wieder heißt:

Aus geht‘s zum Theaterstadl nach Diepoltshofen.

Heinz Bergmair


 



2010

   "Da blaue Kruag" von Peter Landstorfer

 




2009


 "Da Schippedupfer"

Bericht: Heinz Bergmair

Unter diesem Motto stand heuer ein neues Theaterstück von Peter Landstorfer, dass nicht wie sonst üblich in 3 Akten, sondern in 5 Tagen unterteilt war.

Aufgeführt wurde dieses Stück wie alle seit vielen Jahren von der Theatergruppe Maisach im Stadl  in Diepoltshofen. Die Akteure gaben wie immer ihr Bestes, und so wurde jede Aufführung für die Lachmuskeln der Zuschauer ein arbeitsreicher Abend.

Ob Hans Uitz, Christa Wallner-Friedrich und Katharina Schwinn als dominante Wirtsfamilie. Sofia Wallner, als Pfarrersköchin, die ihrem „Chef“ bei jeder Gelegenheit aufzeigte, wer im Pfarrhaus die Hosen anhat. Franz Ippenberger als ein Pfarrer, der weit aus der Art schlägt, indem er Notlügen, die seine Lebensqualität erhöhen, taktisch klug als reine Glaubenslehre unter seine „Schäfchen“ brachte. Lorenz Schanderl und Cornelia Schmid als ein Apothekerehepaar, das voll Hintersinn die Mitmenschen in die gewünschte Richtung dirigierte. Franz Minholz als Sargschreiner Saxn-Sammer Sirtl, der mit seinen nervenaufreibenden Handlungen gegenüber seinen Stammtischspezln dafür sorgte, dass ein „Schippedupferball“ ganz anders endet als dies sonst üblich ist. Josef Reiter als preußischer Abortartikelvertreter, dem zum Schluss die Tracht zugeteilt wurde, die man einem Preußen in Bayern nun mal am liebsten zugesteht, die berühmte Tracht Prügel, die er in diesem Falle aber schmerzgebeugt für ein paar andere Feiglinge auf sich nahm. Christian Hütter spielte einen Kunden in der Metzgerei und hat in Würde bewiesen, dass auch eine Rolle mit zwei Sätzen erst einmal wirkungsvoll auf die Bühne gebracht werden muss. Franziska Minholz erblickte heuer das Licht der Bühnenwelt als junges Mädchen, das als Nichte des dörflichen Sargschreiners einige Verwirrung in dessen Leben brachte. Ja und dann noch ein Neuling, zumindest für die Maisacher Theatergruppe, war Michael Übler, dem man seinen Trainingsrückstand gar nicht anmerkte. Er sprang kurzfristig für Oliver Friedrich ein und hatte nur 4 Proben. Ein Bühnenprofi eben.

Übrigens, was nun ein „Schippedupfer“ wirklich ist, wurde aus Gemeinheit nicht genau aufgeklärt, so dass sich alle hinterher ihre eigenen Gedanken machen mussten. Dies war aber beabsichtigt, so dass der Theaterabend nicht nur unterhaltsam, sondern „Gehirnschmalzartig“ den Zuschauern eine Hausaufgabe mitgegeben hat. Und nicht mal der bei der vorletzten Aufführung anwesende Autor Peter Landstorfer konnte trotz intensiven Nachfragens eines sehr interessierten weiblichen Zuschauers für echte Aufklärung sorgen. Oder wollte er nicht???

Ein gelungener Abend jedenfalls, denn nicht nur auf der Bühne, auch hinter den Kulissen mit Bühnenbau, Ton, Beleuchtung, Schminke sowie Küche und die gesamte Organisation waren wie jedes Jahr vom Feinsten. Dafür der ganzen Mannschaft von allen die sich daran erfreuen durften, herzlichen Dank.

Drum freuen sich jetzt schon alle, wenn es nächstes Jahr wieder heißt:
„A` herzliches Griaß Gott” beim Theaterstadl in Diepoltshofen!